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Freitag, 3. Mai 2013

Backen mit dem Brotbackautomaten


Brotbacken ist immer noch und immer mehr modern. Was sicher auch ein wenig mit Nostalgie verbunden ist. Man will halt frisch, frischer und am besten natürlich gleich vom Ofen auf den Tisch, wies früher so war.
Doch: Wer kann das schon?
Normalerweise niemand! Denn einmal ist der Gang zum Bäcker angesagt und dann vielleicht noch Schlangestehen bis das ersehnte Brotteil über die Theke wandert, in der Tasche verstaut und anschließend noch den Heimweg mit auf dem Buckel hat.

Und dann, dann ist es eben meist nicht mehr sooo frisch, geschweige denn warm.

Sicher. Schon jahrelang habe ich z.B. Brotmischungen vermantscht, selber erfunden bis hin zum Korn, das ich in der Moulinex gemahlen hatte, so lange, bis der erste seltsame Geruch aus der Mixmühle entschwand. Das Ding war dann hinüber und das Selbstmahlen nicht mehr lohnenswert.

Eine Zeitlang war Ebbe beim Brotbacken. Denn irgendwann hat man dann schlichtweg die Schnauze voll von dem Gemantsche und will halt schnell eins. Ein fertiges. Und doch oft billigeres.

Allerdings! ... der Geschmack ist natürlich beileibe nicht der, der beim selbstgebackenen Brot herauskommt. Selbst gebacken - weil da weiß man eben was drin ist. Und davon eine ganze Menge!

* * * * *

Brotbackautomaten gibt es ja schon lange Jahre. Auch für die normalen Haushalt in kleineren Ausführungen. Bei uns in der Familie hat fast jeder so ein Ding zuhause stehen und sind von der Einfachheit total begeistert.

Bisher hat es mich nicht gereizt.  Wieder so ein Elektroteil, das den Platz in der Küche noch mehr raubt! So sah ich das ja bisher.

Männer kochen bzw. backen ja oft auch sehr gern. Nicht nur, weil es jetzt modern ist und fast jeder Mann eine Kochschürze sein eigen nennt.
Nein. Eine Kochschürze gibt es bei uns nicht für Männer, die ziehen noch immer die Frauen an! Das ist sicher Ansichtssache.

Doch auch ohne Kochschürze lässt sich auf die Schnelle (manchmal!) auch ein rösch-knuspriges Brot fabrizieren und dazu noch ohne viel Mühe.

Die Probe-aufs-Exempel machte bei uns "der Herr im Hause", was hieß: die technische Errungenschaft musst auch gleich erprobt werden.

Das Auspacken des Teils war ja noch relativ leicht und ging noch ohne Rauchwolken vonstatten. Das Lesen der dicken Bibel von Gebrauchsanleitung war dann schon eher das, wo man sagen könnte: Nun steigen langsam die Wölkchen!

Doch nach geschlagener Stunde war die Sache gepongt: Das Teil fing an zu laufen! Und zwar mit Inhalt!

Nicht mal schlecht, Herr Specht! Eine gefühlte Ewigkeit und das Brot war fertig! Fast jedenfalls. Denn vorher qualmte es wirklich und das nicht nur gefühlt!
Ein penetrant starker, unangenehmer Geruch schwebte durch die Wohnung, dazu begleitet noch von Dunst, welcher sich hartnäckig in allen Zimmern ausbreitete und einnistete.

Dem Geruch musste man dann nicht mehr nachgehen. Denn das war offensichtlich:
DAS WAR DER BROTAUTOMAT!

Und retten was zu retten war, der nächste Schritt, der dann so aussah, dass der Stecker aus der Dose gezogen wurde und das schwärzliche Etwas, welches sich eigentlich Brot nennen sollte, aus dem Innenteil des technischen Instruments entfernt.

Nach etlichem Schrubben und natürlich dabei auch Beten - ob man denn das Teil nun überhaupt noch gebrauchen kann? - war er wieder einsatzbereit!

Und von immer noch brenzligem Geruch begleitet, stürzte sich nun "FRAU" (ich) in die Arbeit, nicht wissend, was sie da tat. 

Die Rezeptanleitung genau befolgend, hatte SIE den Automaten erneut befüllt und hoffte und betete zwei weitere Stündchen, auf ein von Erfolg gekröntes Backergebnis, das sich ohne schwärzliche Spuren in Raum und Inhalt auch geschmacklich vollkommen verspeisen ließ.

Leider war auch hier kein Erfolg zu verzeichnen und SIE musste ebenfalls resigniert die Flinte ins Korn werfen! (siehe Buttermilchbrot)

* * * * * 
Allerdings, da kennt man SIE wirklich schlecht! Denn Aufgeben ist nicht! 

Und von daher eine Nacht darüber geschlafen und früh am Morgen, nachdem der Pott Kaffee verinnerlicht war, ging SIE erneut an die Sache.

Diesmal aber nach eigenem Gefühl und Gespür. Schließlich hatte SIE schon jahrelang Brot gebacken. Zwar in ganz normaler Ausstattung - Hände und Kneten und Backen -, dennoch ein strombetriebenes Etwas war auch hier immer zugegen (Ofen).

So schlimm konnte es also nicht sein und nachdem SIE die Bedienungsanleitung der vielen Schalter wegen wirklich fast auswendig gelernt hatte, gings mit Knopfdruck dann doch relativ leicht über die Bühne. 

Drei geschlagene Stunden und eine halbe und das erste genießbare Brot war gebacken.

SIE staunte und auch ER war froh, dass der technische Kauf doch noch einen guten Abschluss gefunden hatte.


So und jetzt aber an das Rezept, das ich nach Gespür und Gefühl geschaffen habe.

Einmal ein   DUNKLES DINKEL-VOLLKORNBROT MIT WALNÜSSEN
  • 320 g Dinkel-Vollkornmehl
  • 3 EL Buchweizengrütze
  • 3 EL Haferflocken
  • 1 TL Aribiata-Gewürz (eine arabische Gewürzmischung)
  • 1 EL Bärlauch getrocknet
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Honig
  • 1 TL Trockenhefe
  • 1 TL Sauerteigextrakt
  • 1 Schuss Olivenöl
  • ca. 100 ml Wasser
  • ca. 100 ml Wein
  • 10 Walnusshälften





Das Brot am Anfang zeigt ein Buttermilchbrot. Den Rest, der noch genießbar war. Denn nach der Rezeptanleitung stand zuviel Flüssigkeit und zuviel Hefe auf dem Plan. Und genau nach Anweisung wurde das Teil ausprobiert. 
Das Resultat war nach einer Stunde ein stinkender Geruch, der vom übergelaufenen Teig ausging, der sich über den Rand des Topfes gestülpt hatte und dann zu den Heizspiralen hinabgelaufen war.

Den unteren Teil konnte man noch einigermaßen genießen. Das Brot war trotzdem saftig und fluffig, obwohl der Brandgeschmack leider beim Probieren nicht zu vermeiden war.

Da kann man nur sagen: 
Entweder  
Probieren geht über studieren!
oder auch
Übung macht den Meister! :)



Rezept für das BUTTERMILCH-BROT trotzdem (falls es interessiert):

  • 375 ml Buttermilch
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zucker
  • 500 g Mehl Type 1050
  • 3/4 P. Trockenhefe


... und: ER lässt gibt dem Ofen auch noch eine Chance, das versteht sich von selbst! :)

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Ein Brot, welches SIE noch im Versuchsstadium fabriziert hatte und dann doch noch als gelungen anzusehen sei, war dieses:


Denn aufgeben ist nicht! Sowas lässt SIE halt nicht kalt und probiert und probiert, bis es eben doch noch klappt.

Heute, einen Tag später, ein neuerliches Weißbrot gebacken. Aber ich sage: LEIDER! eines im Schnellverfahren vorher fabriziert, welches dann in der Tonne landete. Ärgerlich, ärgerlich ... kann man da nur sagen.

In der Anleitung steht auch noch: "MAN SOLLE NICHT AUFGEBEN!", was ich schon ein wenig unverschämt finde. Also klappt es sogar beim Hersteller nicht. - Nicht zu fassen!

Es könne am Mehl liegen, an der Hefe, an der Wasserqualität und ja ... man solle halt schon, wenn möglich, sein eigenes Rezept dafür finden! Super! Kann ich da nur sagen. Und was ist, wenn man jetzt so gar keine Erfahrung mit dem Backen von Brot hat?

Na denne ... Prost Mahlzeit! ... sag ich da nur.


Rezept für das obige Brot:

  • 350 g Mehl Type 405
  • 150 g Hartweizengrieß
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL Zucker
  • 260 ml Sahne
  • 120 ml Wasser
  • 1 TL Trockenhefe

Dauer: 3 Stunden und 40 Minuten und wiegt knappe 1000 g.

Struktur: sehr locker
Geschmack: fast wie ein Hefekuchen, besonders wenn es warm ist.
Farbe: Durch den Hartweizengrieß sehr gelb


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... und tatata ... noch ein BROT - denn ER wollte es auch wissen! ;)

Jedenfalls ist das Teil auf Anhieb gelungen und daher selbstredend der volle Stolz! Sofort die erste Scheibe runtergesäbelt und verputzt.
Ja. Auch mir hat es gut geschmeckt, auch weil es nicht sehr süß war.



... und grade so beim Zeitunglesen am Sonntagmorgen, ein Rosinenbrot und ein Kaffee (steht neben dem Bild, sieht man daher nicht), was so richtig sonntagstauglich ist.
Urig auch der passende Artikel in den NN am WE. Die ODYSSEE, DIE NICHT ENDEN WILL, wobei es hierbei natürlich nicht um das Backen von Brot im Brotbackautomaten ging.

Eine Odyssee hätte es dabei aber auch werden können. Beinahe jedenfalls. Doch Ende gut, alles gut! Auch die Brotbackerei hat ein glückliches Ende gefunden. - Mit viel Geduld und Spucke, wie's so schön heißt.

REZEPT für das obige Rosinenbrot 
(welches sich natürlich auch in einem Backofen verwirklichen lässt):
  • 200 ml Wasser
  • 20 g Butter
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Honig
  • 330 g  Mehl
  • 1/2 TL Zimt
  • 1 TL Trockenhefe
  • 50 g Rosinen
alles reinschütten und einschalten. Das ist natürlich einfach!



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UND NOCH EINS:

 Foto: Hier ein Walnuss-Feigen-Brot:
600 g fertiges Brot =
230 ml Wasser
170 g Weizenmehl Type 1050
Roggenmehl Type 997
1 TL Salz
30 g getrocknete Feigen (kleingeschnitten)
30 g Walnüsse (gehackt)
1/2 Packg. Trocken-Sauerteig
1/2 P. Trockenhefe

zwar auch aus dem Brotbackautomaten. Wie vor kann man den Teig auch ganz normal in der Schüssel rühren. Mit dem Knethaken des Handrührers, mit der Küchenmaschine oder mit viel Schmackes in den Armen auch mit der Hand. ;)
Am besten dann zweimal aufgehen lassen, dann wirds lockerer.

Backen normal im Backofen: Wie üblich 220 Grad auf volle Pulle, 20 Minuten und dann runterschalten auf 200.
Dauer ungefähr 40 Minuten.

Hier ein Walnuss-Feigen-Brot:
600 g fertiges Brot =
  • 230 ml Wasser
  • 170 g Weizenmehl Type 1050
  • 260 g Roggenmehl Type 997
  • 1 TL Salz
  • 30 g getrocknete Feigen (kleingeschnitten)
  • 30 g Walnüsse (gehackt)
  • 1/2 Packg. Trocken-Sauerteig
  • 1/2 P. Trockenhefe

Zwar auch aus dem Brotbackautomaten. Wie vor kann man den Teig auch ganz normal in der Schüssel rühren. Mit dem Knethaken des Handrührers, mit der Küchenmaschine oder mit viel Schmackes in den Armen auch mit der Hand.

Am besten dann zweimal aufgehen lassen, dann wirds lockerer.

Backen normal im Backofen: Wie üblich 220 Grad auf volle Pulle, 20 Minuten und dann runterschalten auf 200.
Dauer ungefähr 40 Minuten.


Dieses Rezept stammt aus dem dazugehörigen Backbuch des Backautomaten von UNOLD. Das Teil war nicht allzu teuer. 60 Euro. Fürn Hausgebrauch ganz ok. Ansonsten gibts natürlich alle Preislagen. Bei dem hatten wir vorher nach Rezessionen geschaut. Hatte gute Kritiken.



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Noch eine (MEINE) Kreation als Anregung:


Hier ein neues Brot:
  • 200 g Mehl Type 405
  • 150 g Dinkel-Vollkornmehl
  • 100 ml Wasser
  • 100 ml Bier
  • 1 EL Essig
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Trockenhefe

Alle Zutaten im Brotbackautomaten zusammenrühren und nach drei Stunden ist das kreative Brot fertig.
Der Brotbackautomat - habe ich noch nicht geschrieben, glaub ich, ist einer von der Fa. Unold, wenns jemanden interessieren sollte.
Ich denke aber, dass das keine Rolle spielt.

Es kommt halt wie immer auch auf den ANWENDER an!


... und natürlich kann man das Rezept auch so in der Brotbackform oder selbst geformt im Ofen auf dem Backblech backen. Hierfür die Flüssigkeiten lauwarm verwenden, damit das Brot schön locker wird.

Das Brot ist toll locker und ohne Zugabe von Zucker, wies oft in den Rezepten vermerkt steht, viel rustikaler.



Dieses französische Kräuterbrot (unten) ist eine neue Kreation meines Mannes und ist ganz frisch, noch warm, einfach umwerfend köstlich.
Das wird sicher nicht lange halten. Das wird unter Garantie nicht alt. Da bin ich mir sicher ...




REZEPT:

  • 525 g Weizenmehl Type 550
  • 75 g Hartweizengrieß
  • 1 TL Salz
  • 2 EL Lauchzwiebeln kleingeschnitten
  • 2 EL Petersilie kleingeschnitten
  • 1 Knoblauchzehe zerdrückt
  • 15 g Butter
  • 1/2 Tütchen Trockenhefe

Foto: Auch Männer backen und das sogar noch mehr als frau.
Mein Mann backt - oder heißt das jetzt bäckt? - jedenfalls leidenschaftlich gerne Brot.Dem neuen Brotbackautomaten sei dank.
Dieses französische Kräuterbrot mag er am liebsten und ist ganz frisch, noch warm, einfach umwerfend köstlich.
Das wird sicher nicht lange halten. Da bin ich mir sicher ...

Rezept:
525 g Weizenmehl Type 550
75 g Hartweizengrieß
1 TL Salz
2 EL Lauchzwiebeln kleingeschnitten
2 EL Petersilie kleingeschnitten
1 Knoblauchzehe zerdrückt
15 g Butter
1/2 Tütchen Trockenhefe