Dieses Blog durchsuchen

Sonntag, 29. Juni 2014

Bratwurst+Pü., Zucchini-Würfelgemüschen

Bratwurst. Eine aus Schweinefleisch. Der Vegetarier schreit jetzt: "Halt, nein, bloß nicht!!!"

Vor ein paar Monaten, ja noch Wochen, habe ich auch "Halt, bloß nicht!" gerufen, wenn mir jemand mit einer Wurst auf dem Teller gekommen wäre.
Nun ist es aber so, wenn die Mehrzahl der am Tisch sitzenden Esser das Fleischliche doch eher bevorzugen und man so einsam und alleine seine vegetarisch oder oft auch vegane Mahlzeit verinnerlicht, dann beschleicht einem so klammheimlich von hinten kommend schon ein wenig die Furcht. Die Furcht, dass man sich einsam und alleine jeglichen Appetit verderben könnte.

Soweit wollte ich es dann doch nicht kommen lassen und bin zur Wenigstens-ab-und-zu-Fleischfraktion zurückgekehrt. Klingt vielleicht als Aufgeber, Schwächling oder einfach als Versager, mag alles sein, doch bin ich auch der Meinung, wenn man jahre-, nein wirklich sogar  jahrzehntelang ein Fleischesser war, kann man das nicht einfach so sang- und klanglos ad acta legen.
Davon abgesehen, bin ich nie in den vergangenen Wochen und Monaten auf ein wirklich gutes Lieblingsessen gestoßen, obwohl ich auch sonst schon wenig Fleisch- und Wurstwaren verinnerlicht hatte.

Jetzt will ich mal eins meiner Lieblingsessen vorstellen. Liebling darin ist eigentlich nicht die inmitten thronende Schweinerei, oder einfach aus Schwein hergestellte Mischung, sondern wirklich die Kartoffelfraktion mitsamt der würfeligen Beilage, die sich daraus ergab, dass einfach dies im Kühlschrank vorrätig war. ;)
Woraus man sehen kann, dass Vorrataufkocherei nicht langweilig sein muss. Ganz im Gegenteil!
Allein beim Kochen fallen mir dann immer wieder neue Zutaten ein. Neu jetzt nicht im direkten Sinne, aber doch immer einen Tick anders als zuvorderst.

ZUBEREITUNG
Zuerst die Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden; so werden sie schneller gar. Die Kartoffelwürfel gleich mit einem Gemisch aus Wasser, Milch, Sahne und einem Stich Butter sanft auf Stufe 1 mit einem halben Teelöffel Salz 10 Minuten köcheln lassen. Danach mit dem Stampfer im Topf gleich zerdrücken.

Jetzt auch gleich das Zucchini-Würfelgemüschen zubereiten.
Dies wird wie folgt gemacht:
Die Zucchini längs zweimal durchschneiden und dann die Längsstreifen mit der linken Hand zusammenhalten, währenddessen mit der rechten dann gleichmäßig große Würfelchen geschnitten werden.
Auch die Zwiebel sollte kleine Würfelchen aufweisen. Was sie dann auch tat.

Ein Teelöffel Olivenöl und Butter in einen kleinen Topf geben und die Zwiebelwürfelchen darin gelb andünsten. Zucchinis zufügen und mit Brühwürfel sanft zwei Minuten köcheln lassen.  Einen kleinen Schuss Sahne hinzu. Vielleicht noch pfeffern. Mit Schnittlauch bestreuen.

Die Bratwurst in einer beschichteten Pfanne mit einem kleinen Klecks Schweineschmalz (wegen des deftigeren Geschmacks) rundherum schön bräunen.

Jetzt ist das feine Gericht fertig zum Verzehr. Ich richte es immer wieder anders an, was allein schon eine Abwechslung ist. Hier habe ich zuerst das Pü. auf den Teller inmitten garniert, darauf dann die Wurst gebettet (schöner und passender Ausdruck dafür!), das Zucchini-Würfelgemüschen umrundet dann sanft wie ein Rahmen das fertige, eigentlich Alltäglichgericht.

Der Nachtisch besteht aus in schrägen, dünnen Scheiben geschnittenen Bananen. Frische Brombeeren, mit Zucker bestreut zum Schluss. Hier wollte ich noch weich geschlagene Sahne dazu richten, habe es dann aber doch so belassen. Schmeckte auch so einfach fast himmlisch.

Ausreichend für zwei Personen:
  • 2 dicke, große Kartoffeln
  • 100 ml Wasser
  • je 50 ml Sahne und Vollmilch
  • 1/2 TL Salz
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 große Zucchini
  • 1 TL Butter
  • 1 TL Olivenöl
  • 1/2 Brühwürfel
  • 2 EL Sahne
  • 1 große fränkische Bratwurst (die mit dem vielen Majoran)
  • Schnittlauch, Pfeffer (grob gemahlen)
Nachtisch: 1 Banane + 100 g frische Brombeeren + etwas Zucker 

So ein Gericht kann locker auch vegetarisch ausfallen. Dann nämlich, wenn die Bratwurst eine Sojawurst ist und der Brühwürfel aus Gemüsebrühe besteht.  So einfach ist das im Grunde.
Auch jede aus tierischen Erzeugnissen vorhandene Milchmischung lässt sich mit Hafer- oder Sojaerzeugnissen o.ä. ausgleichen. 
Persönlich finde ich jedoch, dass der Geschmack längst nicht heranreicht.


Das Glas auf dem Foto zeigt eingedicktes Nudelwasser.
Wenn ich z.B.  selbstgemachte Pasta mache, gieße ich das
Kochwasser nicht weg, sondern fange es auf, um es dann
zum Andicken von Suppen oder Gemüsen zu verwenden.

Hier habe ich einen Löffel voll an die Zucchini-Würfelgemüschen
gegeben. Das verfeinert noch.


 

Kommentare:

  1. Hallo Marianne,
    also ich finde dass sieht sowas von lecker aus und so eine feine Bratwurst ist doch auch einfach was tolles! Ich esse auch nicht sooo viel Fleisch, aber ein lebenslanger Verzicht ist für mich auch keine Option - da mir mein Körper dann deutlich signalisiert das ihm etwas fehlt und das hat auch nichts mit Schwäche zu tun, sondern somatischer Intelligenz. Ich achte allerdings darauf woher das Fleisch stammt das ich einkaufe und entscheide mich dann bewusst für regionales Bio-Fleisch. Klar, das ist nicht billig - aber wenn man es nicht jeden Tag isst, kann man es sich auch leisten. :-)
    Viele liebe Grüße,
    Claudia

    AntwortenLöschen
  2. Danke. Ich bin davon überzeugt, dass es nicht das Fleisch ist, sondern die Menge. Die "Vielfresserei", da auch von allem. Unsere Wohlstandsgesellschaft usw.
    Gesund alt geworden sind doch die, welche alles gegessen haben, aber nur kleine Mengen.

    AntwortenLöschen