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Sonntag, 22. Dezember 2013

Hutzelbrot Marianne

Weihnachten wirds. Langsam brennt die Zeit. Ein paar Tage noch.

Eigentlich, ja eigentlich wollte ich ja - wie jedes Jahr halt! - nichts schenken. Aber geht ja schließlich nicht. Von daher die volle Anstrengung in Sachen Nachdenken darüber vollbracht.
Herausgekommen ist dabei nur: GESCHENKE SOLLEN AUF JEDEN FALL PERSÖNLICH SEIN!

Tun sie auch. Ich werde Pralinen machen hier. Das ist schon mal gepongt!
Allerdings, als ich letztens mal wieder vor dem Fernseher das Sofadasein praktizierte, dabei wie oft das dritte (3. Programm) lief. Ich schau da gern rein, weil es dabei meist um die Region geht, in der wir leben. Das Bayerisch-Fränkische halt.
Ein Bericht - doch eher meist was langweilig Geradliniges - rief dabei bei mir den symbolischen Schalter auf den Plan, auf welchen man drückt und es daraufhin KLICK macht.
Es ging um Hutzelbrot.
"Das isses!", schrie ich schon fast und saß zumindest schon in der Halbsenkrechten.

Was ein Hutzelbrot ist, kann man ja leicht herausfinden. Da gibt es bei Wiki & Co. doch einiges zu lesen. Schlicht und einfach übersetzt bedeutet es, aus Brotteig und Trockenfrüchten ein Brot zu backen. - Hutzel=gedörrtes, zusammengerunzeltes Obst.
Klingt einfach und ... ist es auch! Gesund noch dazu. Es kommen ja schließlich nur natürliche Zutaten hinein. Zuckerzusatz brauchts nicht. Das übernehmen praktisch die Hutzeln.

Brotteig gibt es als fertige Backmischung zu kaufen und von daher null Problemo.
Trotzdem: Selbermachen ist die Herausforderung! Und schlicht und einfach auch Spaß an der Sache!

In der Reportage ging es also um dieses Hutzelbrot. Etwas fränkisches. Ob es das auch in bayerischer Ausfertigung gibt, darüber habe ich mich jetzt nicht schlau gemacht und spielt diesbezüglich eher wenig eine Rolle.

  • Die Bäuerinnen haben aus dem eigenen Garten Obst gedörrt - meistens Zwetschgen, Birnen, Äpfel. Diese Früchte in etwas Wasser eingeweicht und kurz gekocht.
  • Einen Mischbrotteig - also halbe/halbe Weizen und Roggen - mit Sauerteig bereitet und das Dörrobst, also die gekochten Hutzeln, samt Flüssigkeit darin verarbeitet. Die Walnussbäume und Haselnusssträucher gaben oft auch noch was her.
  • Die Masse dann zu Laiben geformt oder aber in Formen gebannt.
  • Gebacken wurden diese Hutzelbrote dann traditionsmäßig im Steinofen und am besten noch mit Holzscheiten unterlegt.

---------------------------- Bisher habe ich das Hutzelbrot auf dem Christkindlesmarkt gekauft. Meist nur Scheiben, die großen natürlich, weil da die Hutzeln geschmacklich einfach besser raus kommen.


Die käuflichen im Discounter sind ja nicht so zu empfehlen. Geschmacklich wie äußerlich, so meine persönliche Meinung selbstredend, einem Kaugummi ähnlich. Einfach nur süße, nichtssagende, länglich oder auch rund geformte Brocken. Die Massenproduktion merkt man halt doch.

Mal schaun, ob ich dieser Herausforderung gewachsen bin. Mein erstes Hutzel- oder auch zu hochdeutsch Früchtebrot genannt.

Wichtig dabei ist der Brotteig, welcher möglichst aus Natursauerteig bestehen sollte. Der Schnelligkeit halber kann man auch auf fertig käuflichen zurückgreifen und noch Hefe beimischen. Was ich sicher auch tun werde. Schließlich soll ein möglichst schnelles Ergebnis die Spannung doch etwas reduzieren. Schadet bestimmt nicht.

Hier also nun das fertige Produkt bzw. Hutzelbrot Marianne:
  • 500 g Vollkornbrot-Backmischung
  • 1 kleine Tasse Glühwein ohne Zucker
  • 100 g Haselnüsse
  • 100 g Trockenpflaumen
  • 100 g Feigen
  • 100 g Aprikosen
  • 100 g Paranüsse
  • 50 g Korinthen
  • 50 g Walnüsse
Pflaumen, Feigen, Aprikosen,  Korinthen im Glühwein erhitzen und eine halbe Stunde darin ziehen lassen.
Den Sud mit Wasser auf 300 ml ergänzen und zur Brotmischung geben. Die Trockenfrüchte und Nüsse ebenfalls, nachdem der Brotteig geknetet wurde.
Das Brot zu einem runden oder länglichen Laib formen und ca. 2 Stunden an einem warmen Ort aufgehen lassen.

Das Brot bei 175 Grad 40 Minuten backen. Fertig!

Der Glühwein gibt durch die darin enthaltenen Gewürze eine noch zusätzlich aromatische Note.


Bei den Nüssen und Trockenfrüchten habe ich zur Bioware gegriffen. Vom Geschmack her zahlt es sich aus, obwohl der Preis höher ist.

Das Brot ist nicht zusätzlich mit Zuckerkulör oder Malz gefärbt. Zuckerzusatz ist nicht nötig. Schmeckt viel besser und knackiger als das käufliche ... sogar noch besser als auf dem Christkindlesmarkt ;)

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