Dieses Blog durchsuchen

Sonntag, 11. November 2012

Grießnoggerlsuppe




LECKER! ...

Es gibt ja Speisen, bei denen man so richtig gleich und sofort an die Kindheit erinnert wird. Klar, viele, die dies jetzt lesen, sind noch nicht so weit von der Kindheit entfernt, wie ich, die Schreiberin, dennoch hat diese Suppe schon das gewisse Etwas. Und das für jeden! - Davon bin ich überzeugt.

Kinder lieben diese Suppe. Auch meine, die schon längst erwachsen sind, mochten dieses Süppchen. Natürlich reichte es da vollkommen, wenn einfach nur Brühe - oder vielleicht die Tütensuppe aufgemacht und reingeschüttet - verwendet wurde.

Die Revolution in Sachen Suppen, Soßen und Schnellgerichten waren ja in den Sechziger Jahren - also meiner Kinderzeit - die Maggi- und Knorrtüten. Obwohl ich sie damals wirklich oft schon nicht mehr sehen konnte. Weil: Es gab sie immer öfter und so mal schnell, wenn Muttern keine Zeit hatte, was dann doch oft der Fall war, so dass die anfänglich recht schmackhaften Süppchen einem bald zum Halse raushingen.

Also wars schnell gepongt, dass ich da doch sagte: "Ich esse meine Suppe nicht, nein meine Suppe ess ich nicht!"

Ich geb ja zu, ein wirklicher "Suppenkasper", wies bei Struwwelpeter angesagt war, gewesen zu sein. Denn essen war so gar nicht mein Ding und klapperdürr wie Struwwelpeter sah ich dann auch aus. Wobei ich meine, dass es einfach an der Pflicht zum Essen lag, das damals in den Sechzigern angesagt war. - Der Teller musste immer leer gegessen werden! So konnte es natürlich kommen, dass irgendwann der kleine Esser zum Verweigerer jeglicher Speisen wurde. So auch ich!

Gut. Das ist ein Thema, das sich natürlich total erweitern ließe. Jetzt will ich aber bei der Suppe bleiben, und zwar bei der Zubereitung dieser, die heute, obwohl damals schon fast verachtet, Erinnerungen weckt, die etwas belächelt werden. Heißt: Die Sicht der Dinge ändert sich mit zunehmendem Alter, so meine Erfahrung.

Ich bin mir jetzt nicht so ganz sicher, ob es weitere Firmen gibt, die diese Schnellzubereitung und Gelingsicherheit garantieren, jedenfalls sehe ich beim Einkauf immer nur den mir schon praktisch ein halbes Jahrhundert bekannten Noggerlgrieß von Bernbacher in den Regalen des Supermarkts. Ich greife dann gerne zu, ohne jetzt für dafür Werbung machen zu wollen. Ganz einfach auch deshalb, weil bewährt und ich weiß, da fällt nix auseinander.

Also halte ich mich hier ans aufgedruckte Rezept - obwohl ich bei fast allen anderen Rezepten sehr experimentierfreudig bin.

Da steht also schlicht und einfach: 30 bis 35 g weiche Butter und 1 Ei verrühren und ein Tütchen von dem Noggerlgrieß, 1 Prise Salz,  etwas geriebene Muskatnuss, untermischen. Gleich mit Teelöffeln Klößchen abstechen (mit zwei Teelöffeln! Das war anfänglich, so erinnere ich mich, doch recht mühselig, klappte dann aber schnell wie praktisch am Schnürchen) und in die kochende Brühe gleiten lassen. Die Noggerln dann 20 Minuten köcheln lassen und danach 10 Minuten ziehen.

So gelingt's immer!

Natürlich mache ich trotzdem Experimente. Allein die Zugabe von Salz und Muskat reicht mir nicht aus. Da müssen dann zumindest noch Kräuter hinein gemischt werden. Schnittlauch und Petersilie meist.
Ich hatte noch Blattpetersilie (die nehm ich lieber als die krause, auch weil sie aromatischer ist) eingefroren. Fertig gezupft. Die schneide ich dann gefroren mit der Schere klein und mische sie den Speisen, in diesem Falle den Noggerln, unter.

Außerdem immer mein grob gemahlener Pfeffer aus der Mühle. Das ist noch Aroma pur obendrauf.

Für die Brühe nehme ich meist keine selbstgekochte, weil mir das zu lange dauert. Sondern einfach ein Esslöffel auf knapp 1 1/2 Litern Wasser der fertig käuflichen Delikatessbrühe. Manches Mal auch Tütensuppen, je nachdem.

Beim Gemüse bin ich jedoch heikel! - Da muss immer frisches hinein. Karotten, Sellerie, Zwiebeln, Zucchinis waren es dieses Mal. Und wenn, dann höchstens tiefgefrorene. Böhnchen und Erbsen immer. Die lasse ich kleingeschnitten sachte mit den Noggerln mitköcheln.
Das MUSS bei den Gemüsen ist mir wichtig, weil ansonsten der Geschmack darunter leidet und die Brühe einfach doch etwas faaadeee schmeckt!

Die Maggi-Würzflasche von früher steht bei mir noch immer auf dem Tisch parat, wenns z.B. wie heut bzw. gestern eine Suppe gibt.  Da ist anscheinend die richtige Dosis drinnen, die eine Suppe zum Abschmecken braucht. Die Kombi steht ja zwar auf der Flasche, aber so richtig nachmachen kann man das wohl selber nicht. Habe ich zumindest noch nicht probiert.

Durch die Beigabe der Pilze - braune Champignons waren es - ist die Brühe dann noch etwas dunkler geworden, was ich persönlich farblich-optisch total OBERschmackhaft finde.

Jedenfalls weckte die Suppe wieder Erinnerungen an früher, an die Kindheit, und mundete vielleicht auch gerade deshalb einfach nur vorzüglich, süperb oder wie man sich da gerne ausdrücken möchte. Heute heißt das Modewort ja "LECKER" !!! - OK! Dann sag ich auch hier, obwohls nostalgisch angehaucht ist:  
L E C K E R   wars !


 
 
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen