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Donnerstag, 6. September 2012

Gemüsereis und Pan-Fisch



Leicht ist Kochen ja eigentlich schon. Wobei das "Eigentlich" doch wieder mal psychologisch ins Negative triftet. Einen schönen und vor allen Dingen wohlschmeckenden Reis auf den Tisch zu bringen, verstehen sicher nur die Asiaten, wobei ich mir da auch nicht so sicher bin.

Von meiner Seite jedenfalls sieht es oft ein wenig mau aus, denn entweder brennt das körnige Dingsda an und schmeckt auch danach oder aber der Reis hat nicht die passende Konsistenz, was auch wieder einem Desaster gleicht.

Dieses Mal ist bzw. war es jedoch nicht der Reis der mir die Haare zu Berge, senkrecht und waagrecht gleichermaßen, stehen ließ, sondern das darunter Liegende, die Beilage oder auch von mir aus das Hauptgericht, je nach Sicht und Ansicht.

Der Fisch ist ein handelsüblicher Viereck-Fisch, ein solcher, der von meinen Kindern immer so angesehen wurde, nämlich, dass so ein Viereck-Gefrier-Endprodukt auch als Ausgangsprodukt zu sehen sei, was ja nun so überhaupt nicht stimmt. Denn bekanntlich gibt es ja keine Viereck-Fische. Fakt ist und bleibt, die Seelachs-Stücke werden zwar auf See oder doch mehr dem Meer fangfrisch gefrostet, vorher jedoch in Stücke zerpflückt und dann zu Blöcken "konvertiert".

Weiter will ich hier jetzt nicht in die Materie Fisch und seine Fang- und Zerkleinerungsmethoden einsteigen, sondern mich doch mehr dem Faktum Kochen oder vielmehr Braten desselben widmen.

Jedenfalls gab es den Block-Fisch in normaler Ausfertigung, eben gebraten. Ganz normal habe ich die Blöcke, die ja im Viererpack erhältlich sind, mit Zitronensaft beträufelt, gesalzen, gepfeffert und ein wenig mit Dill bestreut. Anschließend schwammen die akkurat geschnittenen weißen Fischteile in einer Ei-Sahne-Schwemme und wanderten dann zielgenau in die Semmelbrösel-Vorfertigung einer externen Schale.

Worauf schon die Edelstahlpfanne mit dem Butterfett darauf wartete, von den fischigen Rechtecken beschwommen zu werden. Taten sie dann auch, bevor das Rauchen des Fettes mir signalisierte: Jetzt, jetzt ist es soweit, die Teile dürfen schwimmen, braten, eben ihrer Fertigung entgegen sehen.

Das dauerte exakt bei der auf Stufe 1 herunter geschalteten Herdplatte zehn geschlagene Minuten, wobei das Schlagen der Uhr doch mehr das Klingeln des Küchenweckers übernahm. 

Der mit Gemüse - dieses Mal grünen Paprika und Tomatenstückchen - gemischte, mit Paprikapulver und Wein gesottene Parlboiled-Reis wartete schon fertig gegart auf die beilegenden Teilchen.

Alles soweit ok und die meist bei mir ja weißen Teller stimmten exakt auch auf den Punkt zur farblichen Nuance mit dem schmackhaften Belag mit überein. Der erste Bissen allerdings des fischigen Vierecks war derart niederschmetternd, dass ich mir vornahm, der Sache doch mal auf den Grund zu gehen, denn bisher waren die Teile immer schmackhaft. Allerdings - fiel mir dabei ein - könne es sicher an der Fettgrundlage beim Braten liegen, denn normales Sonnenblumenöl sei wohl besser geeignet als Butterfett, obwohl es doch - so habe ich gelesen - das am besten zu verwendete Fett sei, das den höchsten Erhitzungsgrad noch vor dem Kokosfett vorweisen kann.

Enttäuscht von der angeblichen Neutralität des Bratfetts aß ich dann doch nur den Reis, der wenigstens geschmacklich vortrefflich gelungen war.

Interessant also und Fakt: Bratfett ist nicht gleich Bratfett so wie Fisch nicht gleich Fisch ist.



 

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